LiteratureLenk

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Daniel Anker liest aus Bergliteratur an der Lenk. 

 

Humm, Das Linsengericht, 1928. Zeichnung von Ignaz Epper

Humm, Das Linsengericht, 1928. Zeichnung von Ignaz Epper

LESUNG «Der Wildstrubel ruft»

Bergliteratur an der Lenk

«Wir schauten lange zum weiten, hohen Wildstrubel hinüber, hoch über uns. Ob sich dort Spuren fänden.» schrieb Rudolf Jakob Humm in seinem Erstling «Das Linsengericht. Analysen eines Empfindsamen» (1928). Darin wird der Hahnenmoospass zum Ski- und Liebesziel so gut wie im Skandalroman „Frühling im Schnee“ von Susy Maync (1934). Überhaupt rief Lenk und der Talschluss des Obersimmentals immer wieder Autorinnen und Autoren zum Schreiben auf. Johann Viktor Widmann erzählt «Eine Hirtenschichte vom Rawyl» (1909), Christoph Frommherz nennt seinen Bergroman schlicht «Wildstrubel» (2022). Und der Einheimische Peter Bratschi bilanziert im Drama «Nacht über den Bergen» (1933), darin Toni und seine Frau Rosy das Glück in der Stadt suchen, nach einiger Zeit aber enttäuscht in die Berge zurückkehren: «Es ist eine eigene Sache um die Berge. Die lassen sich nicht wegwerfen wie ein alter Hut.»

Kurz: Bergliteratur der etwas anderen Art.

Daniel Anker

Daniel Anker

Daniel Anker (*1954) ist ein Berner Journalist, Buchautor und Fotograf. Der diplomierte Historiker hat 50 Skitouren-, Wander-, Klettersteig- und Radführer, Bücher zur Geschichte des Alpinismus sowie Bergmonografien über grosse Gipfel der Schweiz verfasst und herausgegeben. 2022 erschien «WasserRauschen. Von der Aare zur Birs. 51 Wanderungen an bernischen Fliessgewässern». Rezensionen zu alpiner Literatur seit 2009 unter «Ankers Buch der Woche» auf www.bergliteratur.ch. Er wohnt in Bern.
 

 

LESUNG 

11. Oktober 2024 um 17:00 Uhr

 

Hotel Kreuz 

Aegertenstrasse 1, 3775 Lenk