Bauen im Gletschereis - wenn die Normalität die Ausnahme bleibt

David Hodel 

 
 

Als von Seiten der Glaziologen bekannt wurde, welche Projektvarianten für die Eindämmung der Gefahr aus dem Geltschersee in Frage kamen, blieben nur gerade vier Monate für Planung und Umsetzung dieser Idee. Die unmittelbar drohende Gefahr machte es möglich, sämtliche betroffenen Instanzen für das 2-Millionenprojekt zu Höchstleistungen zu motivieren. Wie bringt man schwere Baumaschinen auf den Gletscher? Wie kann
man auf dem Eis in 2‘800 Meter über dem Meer in der Zeit mit dem grössten zu erwartenden Schneezuwachs gearbeitet werden? Verhält sich Eis wie leichter Fels? Und ist tatsächlich noch mit alten Blindgängern der Armee zu rechnen?

Auf zahlreiche Fragen mussten Lösungen gefunden werden, bevor Mensch und Maschine die Arbeit aufnehmen konnten. Neben vielen offenen Fragen, blieb die Gewissheit, dass die Normalität bei der Umsetzung dieses Projektes im Gletschereis die Ausnahme bleiben würde. 

David Hodel ist als Bauingenieur bei der Theiler Ingenieure AG tätig und war im ganzen Prozess nach dem Gletscherseeausbruch mit der Planung und Leitung von Hochwasserschutz im Tal und auf dem Gletscher sehr nahe am Geschehen.



VORTRAG
23. Juli 2020 
Beginn um 18.30 Uhr
Mehrzweckhalle Lenk, Schulhausstrasse 2, 3775 Lenk


Foto: Bruno Petroni