Klimabedingte Gletscherseeentleerung - Herausforderung der Massnahmendefinition

Isabelle Kull 

 
 

 

Durch abrupte Entleerungen des Gletschersees der Plaine Morte ist es in den letzten Jahren an der Lenk zunehmen zu Überflutungen gekommen. Der jährlich grösser werdende See entleerte sich seit 2011 jeden Sommer subglazial in Richtung Lenk. 2018 erreichte der Abfluss das Ausmass eines 300-jährlichen Hochwassers und führte zu Schäden im Siedlungsgebiet. 

Um das Dorf vor künftigen Überflutungen zu schützen, mussten innovative Lösungsansätze auf dem Gletscher gefunden und evaluiert werden. Technische Realisierbarkeit, sofortige Umsetzbarkeit, nachhaltige Wirkung und Kostenwirksamkeit waren die wichtigsten Kriterien bei der Wahl der erstmals in der Schweiz realisierten Schutzmassnahme – einem Eiskanal. Wie sich diese Massnahme künftig im weiter schmelzenden Gletscher entwickelt und ob sich diese auch in den Folgejahren bewähren wird, ist zu überwachen und laufend neu zu beurteilen. 

Isabelle Kull ist Fachexpertin Naturgefahren bei der GEOTEST AG.


VORTRAG
22. Juli 2020 
Beginn um 18.30 Uhr
​​​​​​​Mehrzweckhalle Lenk, Schulhausstrasse 2, 3775 Lenk