Beethovens Diabelli-Variationen op. 120 - Klavierrezital

Kirill Zwegintsow

 
13. Mai 2017
Konzertbeginn 19.30 Uhr - Aula, Volksschule Lenk
Freier Eintritt, Kollekte. 
 



 

Es ist erstaunlich, was aus einem "Schusterfleck" alles werden kann. So abwertend nannte Ludwig van Beethoven (1770-1827) ein Thema, das ihm (und zahlreichen anderen namhaften Komponisten der Zeit) der Wiener Verleger Anton Diabelli 1819 zur musikalischen Verarbeitung schickte. Beethoven hielt nichts von Teamwork, komponierte dann trotz der anfänglichen Abneigung gegen das Thema los und schuf einen Zyklus, der knapp 200 Jahre später als eines der epochalen Werke in die Musikgeschichte eingehen sollte: die "33 Veränderungen über einen Walzer von Anton Diabelli" op. 120, kurz: die Diabelli-Variationen. Kirill Zwegintsow ist ein Meister der Grosszyklen, so begeisterte er eben noch mit seiner Interpretation der 24 Präludien und Fugen op. 87 von D. Schostakowitsch oder mit dem Zweiten Band des Wohltemperierten Klaviers von J.S. Bach, nun reihen sich also die Diabelli-Variationen in den beeindruckenden Katalog des jungen Ukrainers ein. Der Tschumipreisträger und ehemalige Studierende der Solistenklasse von Tomasz Herbut an der HKB überzeugt dabei nicht nur durch seine gestalterische Kraft und sein phänomenales Gedächtnis, sondern nimmt seine ZuhörerInnen mit auf eine Hörreise mitten in das Universum des Beethovenschen schöpferischen Denkens, das ( basierend auf ein paar banalen Tönen) 33 neue Welten erschafft. 

Kirill Zwegintsow 
Das Repertoire des ukrainischen Pianisten, welcher seit 2005 in der Schweiz lebt, reicht von der zeitgenössischen Musik bis zum Barock. Eine besondere Bedeutung darin findet die Musik des 20. und 21.Jahrhunderts. Er bringt gerne unkonventionelle Programme und wenig bekannte Werke zur Aufführung.

Kirill Zwegintsow wurde 1983 in Askanija Nowa in der Ukraine geboren. Er studierte an der Tschaikowsky Musikakademie bei Prof. Boris Archimowitsch und seit 2005 bei Prof. Tomasz Herbut an der Hochschule der Künste in Bern. 2011 hat er mit Auszeichnung seine Ausbildung abgeschlossen. Von 2011 bis 2013 studierte er zeitgenössische Kammermusik an der Musikakademie Basel bei Prof. Jürg Henneberger. Weitere wichtige musikalische Impulse bekam er von Roger Muraro, Robert Levine, Piotr Andrszewski und Konstantin Lifschitz, in dessen Klavierklasse er als Assistent mitwirkte.

Als Solist und Kammermusiker trat er bis jetzt an verschiedenen Festivals auf, darunter «Murten Classics», «Menuhin Festival Gstaad», «Les Sommets du Classique», «Musikfestival Bern», «Davos Festival», «Tage für Neue Musik Zürich» und «reMusic» in Sankt-Petersburg. Seine Konzerttätigkeit führte ihn ausserdem nach Ukraine, Polen, Spanien, Italien, Österreich, Argentinien und Brasilien.

Kirill Zwegintsow wurde häufig in Wettbewerben ausgezeichnet: CCC Wettbewerb in Toronto (2. Preis), Honens Wettbewerb in Calgary (Finalist), Bach-Wettbewerb in Würzburg (3. Preis), «Les virtuoses du futur» in Crans-Montana (1.Preis). 2012 erschien beim Verlag Müller und Schade seine Liveaufnahme von 24 Präludien und Fugen von Schostakowitsch.