J.S. Bach: Die Kunst der Fuge

Ein Kammermusik-Projekt der HKB. 

 

Michael Form 

David Eggert 








 

Im Rahmen der bemerkenswertesten Studienangebote der HKB profitieren die Klassikstudierenden vom spezialisierten Kammermusikunterricht bei international renommierten Dozierenden: Für das Konzert vom 12. Januar 2018 haben sich die beiden HKB Professoren Michael Form (Blockflöte) und David Eggert (Cello) an der Seite von Studierenden in historischer Aufführungspraxis der ebenso monumentalen wie rätselhaften Kunst der Fuge von Johann Sebastian Bach gewidmet.

Wahrscheinlich als Beitrag an die  Correspondierende Societät der musicalischen Wissenschaften schrieb Bach ab den 1740er Jahren einen Zyklus von vierzehn Fugen und vier Kanons, der in Vollendung die kontrapunktische Kunst der Fugenkomposition zeigt. Das Thema:

ist dabei Ausgangspunkt für eine schier unbegrenzte Anzahl an Veränderungen, Variationen, ja Mutationen und für Fugentypen aller Arten (Einfache Fuge, Gegenfuge, Doppelfuge, Spiegelfuge, Kanon). Allerdings ist die Instrumentalbesetzung nicht definiert und Bach verstarb vor der Vollendung des letzten Kontrapunkts ( die auch im Konzert erklingende Nr. 14). Nachdem in dieser letzten Fuge das B-A-C-H-Thema eingeführt und mit den beiden anderen Themen kombiniert wurde, bricht das Manuskript ab. Es enthält in der Handschrift von Bachs Sohn Carl Philipp Emanuel Bach die Anmerkung: NB: ueber dieser Fuge, wo der Nahme B A C H im Contrasubject angebracht worden, ist Der Verfaßer gestorben.“

Um 1750, als die unterkomplexe, simple Melodik der Vorklassik aufkam, empfand man die komplexe Musik eines Bach bereits als ‚alten Zopf‘, 1802 erklärte der Bachbiograph Johann Nicolaus Forkel, dass die "Kunst der Fuge" "für die große Welt zu hoch" sei. Im Laufe der Zeit hat sich dieses Bild des vergeistigten Werks geändert. Alban Berg wusste Anfang des 20. Jahrhunderts, dass sie oft "für Mathematik gehalten wurde"; er dagegen war überzeugt, dass dieses Werk "tiefste Musik" sei. Und für den Pianisten Glenn Gould gab es keine Musik, die ihn tiefer bewegte als die letzte, die unvollendete Fuge.

Für das Konzert vom 12. Januar 2018 im Rahmen der SIMMENKLAENGE. HKB talauf hat sich Michael Form für eine Auswahl von Fugen aus dem ‚Vermächtnis‘ von J.S. Bach entschieden und dafür immer wieder überraschende Besetzungen ausgesucht. 

 Mitwirkende:
 
Ramona Caragea | Flöte
Inal Jioev | Oboe und Englisch Horn
Mami Miyamoto | Klarinette und Bassklarinette
Gianmarco Canato | Fagott
Jacek Aleksander Swica | Violine
Francesca Verga | Viola
Santiago Bernal Montaña | Violoncello piccolo
David Eggert | Violoncello
 
Michael Form | Konzept und Einstudierung



Konzert
12. Januar 2018, um 19.00 Uhr
Mauritius-Kapelle, 3775 Lenk 

Programm (PDF)

Eintritt frei, Kollekte.